Idee

Im Jahr 2004 dreht der Filmamateur Jörg Zimmermann seinen ersten Kurzfilm. Mangels Mitstreiter übernimmt er nicht nur sämtliche technische Aufgaben selber, sondern spielt auch in einer Doppelrolle vor der Kamera. Weitere Filme dieser Machart folgen und er prägt dafür den Begriff "Selbstfilm". Mittlerweile sind seine Filme im Internet weit verbreitet und werden in Diskussionsforen teils belächelt, teils kontrovers diskutiert. Dabei versteckt sich hinter dieser aus der Not geborenen Produktionsweise ein spannendes Experiment: Was geschieht, wenn ein Filmemacher für eine fiktionale Produktion vollkommen auf sich allein gestellt ist und auch vor der Kamera selbst fungieren muss? Ist es nicht, als würde man aus dem weithin für selbstverständlich gehaltenen "Produktions-Wasserkopf" den Stöpsel ziehen? Was bleibt, sind Bedingungen und Herausforderungen, die sich für jeden Teilnehmer exakt gleich darstellen, in denen selbst das Budget seine beschworene Allmacht verliert, weil, wie ein persisches Sprichwort sagt, man nicht zwei Melonen in einer Hand halten kann - geschweige denn mehrere. Was dann zählt, sind Phantasie, Geschick und Improvisationstalent, also die Ursuppe des Filmemachens. Was sich auf der Leinwand entspinnt, ist zwangsläufig die reine unverfälschte Vision des Filmemachers, befreit von akademischen Normen und gleichgültig, ob im Gelingen oder Scheitern begriffen.

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